Einleitung: Mythos und Realität der Operation
Viele Patient:innen denken, dass eine Operation schnelle Heilung verspricht. Doch in der Orthopädie ist ein chirurgischer Eingriff meist die letzte Option. In den letzten Jahren stieg die Zahl orthopädischer Operationen in Deutschland, obwohl konservative Therapien in vielen Fällen erfolgreich sind. Dr. Granes erklärt, wann eine Operation nötig ist, worauf Sie achten sollten und warum eine Zweitmeinung so wichtig ist.
Konservativ vor operativ – Die offizielle Empfehlung
Laut der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie sollten Operationen – abgesehen von Notfällen – erst dann erfolgen, wenn konservative Therapien wirkungslos bleiben. Eine zunehmende Verunsicherung in der Bevölkerung wegen hoher Operationszahlen darf nicht dazu führen, dass notwendige Operationen verzögert werden. Vielmehr geht es darum, einen gut abgestimmten Ablauf zu finden, in dem konservative und operative Verfahren sinnvoll kombiniert werden. Dies gilt insbesondere für chronische Erkrankungen wie Arthrose, Osteoporose oder Rückenschmerzen.
Wann ist die Operation alternativlos?
- Akute Notfälle: Offene Frakturen, komplexe Bänderrisse oder schwere Luxationen erfordern eine sofortige operative Versorgung.
- Neurologische Ausfälle: Bei Bandscheibenvorfällen mit Taubheitsgefühl oder Lähmungen ist eine schnelle Operation notwendig.
- Mechanische Blockaden: Wenn ein Gelenk durch einen freien Knochen- oder Knorpelteil blockiert ist, muss dieser entfernt werden.
- Fortgeschrittene Arthrose: Bei vollständigem Knorpelverlust kann eine Endoprothese die Schmerzen dauerhaft lindern und die Lebensqualität erhöhen.
Was spricht gegen eine frühzeitige OP?
Dr. Marc Remy Ebner, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, warnt vor zu schnellen Operationen. In seiner Privatpraxis stellt er fest, dass viele Eingriffe vermeidbar wären, wenn Patient:innen länger konservativ behandelt würden. Konservative Behandlungen wie Physiotherapie, Stoßwellentherapie, Akupunktur, Infusionstherapien, 3D‑Wirbelsäulenvermessungen und Schmerztherapie sollten in voller Breite ausgeschöpft werden. Nur wenn diese Methoden versagen und der Schmerz unerträglich bleibt, ist eine OP sinnvoll. Laut Ebner wird nur einer von hundert Patienten tatsächlich operiert.
Risiken und Nebenwirkungen von Operationen
Operationen bringen nicht nur Narkose‑ und Infektionsrisiken mit sich, sondern auch Rehabilitationszeiten von mehreren Monaten. Nach einem Wirbelsäuleneingriff sind oft 6–8 Monate Nachbehandlung nötig. Zudem kann es zu Verschiebungen der Belastung auf andere Gelenke kommen, was langfristig zu neuen Problemen führt. Deshalb muss der Nutzen einer OP sorgfältig abgewogen werden.
Zweitmeinung und Beratung
Bevor Sie sich für eine Operation entscheiden, holen Sie sich eine Zweitmeinung ein – idealerweise von einer unabhängigen Fachärztin wie Dr. Granes. Sie prüft alternative Therapiemöglichkeiten, erklärt die Erfolgsaussichten und klärt Sie über Risiken auf. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die für sich beste Entscheidung treffen. Viele private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für eine Zweitmeinung.
Nach der Operation: Reha ist entscheidend
Auch nach einer gelungenen Operation ist der Heilungsprozess nicht vorbei. Rehabilitationsprogramme, Physiotherapie, Schmerztherapie und gegebenenfalls Ergotherapie sind entscheidend für den Erfolg. Wir begleiten unsere Patient:innen auch nach operativen Eingriffen – ob am Fuß, der Hand oder der Wirbelsäule – und arbeiten mit renommierten Reha‑Zentren in Berlin zusammen.
Lassen Sie uns Sprechen
Operationen sind wichtig, wenn sie richtig eingesetzt werden. Vertrauen Sie auf konservative Therapie, holen Sie Zweitmeinungen ein und lassen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung. Wenn Sie unsicher sind, ob eine OP notwendig ist, buchen Sie eine Beratung in unserer Privatpraxis in Berlin. Wir beraten Sie transparent und unabhängig – zum Wohle Ihrer Gesundheit.