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Knickplattfuß behandeln in Berlin – Ursachen, Therapie und Prävention

Was ist ein Knickplattfuß und warum ist er so häufig?

Der Knickplattfuß, medizinisch als Pes planovalgus bezeichnet, gehört zu den häufigsten Fußfehlstellungen überhaupt. Dabei liegt nicht nur ein abgeflachtes Längsgewölbe vor, sondern zusätzlich eine Fehlstellung des Rückfußes: Die Ferse kippt nach innen, das Sprunggelenk verliert seine stabile Achse und die natürliche Lastverteilung des Fußes gerät aus dem Gleichgewicht. Viele Betroffene sprechen umgangssprachlich von einem „Plattfuß“, obwohl in den meisten beschwerderelevanten Fällen tatsächlich ein Knickplattfuß vorliegt.

Wichtig ist eine klare Differenzierung: Nicht jede Fußform ist behandlungsbedürftig. Entscheidend ist immer, ob Beschwerden bestehen, ob die Funktion eingeschränkt ist und ob sich die Fehlstellung im Verlauf verschlechtert. Genau hier setzt eine fundierte orthopädische Diagnostik an.

Physiologische Entwicklung vs. krankhafter Knickplattfuß

Warum alle Kinder zunächst einen Plattfuß haben

Aus orthopädischer Sicht ist es wichtig zu wissen, dass alle Kinder zunächst mit einem Plattfuß zur Welt kommen. Das Fußgewölbe ist in den ersten Lebensjahren durch ein Fettpolster verdeckt und entwickelt sich im Laufe des Wachstums von selbst. Solange Kinder schmerzfrei sind, ein unauffälliges Gangbild zeigen und keine ausgeprägte Achsabweichung besteht, handelt es sich um eine normale, physiologische Entwicklung ohne Behandlungsbedarf.

Wann der Knickplattfuß behandlungsbedürftig wird

Ein behandlungsrelevanter Knickplattfuß liegt vor, wenn sich das Fußgewölbe nicht aufrichtet, die Ferse dauerhaft nach innen kippt und Beschwerden auftreten. Dies betrifft vor allem Jugendliche und Erwachsene. In diesen Fällen sprechen wir von einem symptomatischen Knickplattfuß, der einer gezielten orthopädischen Therapie bedarf.

Ursachen eines erworbenen Knickplattfußes

Der Knickplattfuß entwickelt sich meist im Laufe des Lebens und ist selten angeboren. Zu den häufigsten Ursachen zählen eine Bindegewebs- oder Sehnenschwäche, insbesondere der hinteren Schienbeinmuskelsehne (Tibialis-posterior-Sehne), langjährige Fehl- oder Überlastungen, Übergewicht, eine schwach ausgeprägte Fußmuskulatur sowie entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Auch dauerhaft ungeeignetes Schuhwerk kann die Entwicklung eines Knickplattfußes begünstigen, da es die natürliche Fußfunktion nicht ausreichend unterstützt.

Typische Beschwerden beim Knickplattfuß

Ein Knickplattfuß wird erst dann klinisch relevant, wenn Symptome auftreten. Häufig berichten Betroffene über Schmerzen an der Innenseite des Fußes oder unterhalb des Innenknöchels, Fersen- und Rückfußschmerzen sowie eine schnelle Ermüdung beim Gehen oder Stehen. Auch Schwellungen an der Fußinnenseite und ein sichtbares Einknicken des Sprunggelenks sind typische Warnzeichen. Im weiteren Verlauf können durch die veränderte Statik auch Beschwerden an Knie, Hüfte oder Rücken entstehen. Spätestens bei anhaltenden Belastungsschmerzen oder sichtbaren Veränderungen der Fußachse sollte eine orthopädische Abklärung erfolgen.

Diagnostik in unserer orthopädischen Privatpraxis in Berlin

In der Praxis von Dr. med. Ricarda Granes erfolgt die Diagnostik stets strukturiert, evidenzbasiert und patientenzentriert. Grundlage ist eine ausführliche Anamnese, bei der Beschwerden, Belastungen im Alltag, berufliche Anforderungen und sportliche Aktivitäten berücksichtigt werden. Anschließend wird der Fuß im Stand und im Gangbild untersucht, die Beweglichkeit der Gelenke geprüft und die Kraft der fußstabilisierenden Muskulatur beurteilt. Bei Bedarf ergänzt eine Röntgenuntersuchung im Stand die Diagnostik, um die Statik objektiv zu erfassen. Entscheidend ist dabei nicht allein der Befund, sondern immer die Kombination aus Fehlstellung, Beschwerden und funktioneller Einschränkung.

Konservative Therapie beim Knickplattfuß

Individuelle orthopädische Einlagen

Die Basis der konservativen Therapie bilden individuell angepasste orthopädische Einlagen. Sie stabilisieren die Rückfußachse, entlasten Sehnen und Gelenke und können Schmerzen im Alltag deutlich reduzieren. Wichtig ist jedoch, dass Einlagen nicht als alleinige Lösung verstanden werden, sondern Teil eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts sind.

Gezieltes Fußmuskeltraining

Ein zentraler Baustein der Therapie ist das aktive Training der Fußmuskulatur. Durch gezielte Übungen lässt sich die Stabilität des Fußgewölbes verbessern und die Belastbarkeit erhöhen. Übungen wie das Greifen eines Tuchs mit den Zehen, kontrolliertes Fersenheben bei stabiler Großzehenbelastung oder Gleichgewichtsübungen im Einbeinstand haben sich in der Praxis bewährt. Die Anleitung durch erfahrene Therapeutinnen oder Therapeuten ist dabei essenziell, um Fehlbelastungen zu vermeiden.

Physiotherapie, manuelle Therapie und Schuhberatung

Physiotherapeutische Maßnahmen und manuelle Therapie helfen, Bewegungseinschränkungen zu lösen und muskuläre Dysbalancen auszugleichen. Ergänzend spielt die richtige Schuhwahl eine wichtige Rolle. Geeignetes Schuhwerk sollte eine stabile Fersenführung bieten, ausreichend Platz im Vorfuß lassen und eine flexible, aber nicht instabile Sohle besitzen.

Wann ist eine Operation beim Knickplattfuß notwendig?

Operative Eingriffe sind beim Knickplattfuß die Ausnahme. Sie kommen nur dann infrage, wenn eine ausgeprägte, schmerzhafte Fehlstellung vorliegt, konservative Maßnahmen konsequent ausgeschöpft wurden und die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist. Je nach individueller Situation können knöcherne Korrekturen oder Sehnenrekonstruktionen notwendig werden. Die Entscheidung für eine Operation wird stets sorgfältig abgewogen und gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten getroffen.

Prävention und Alltagstipps

Zur Vorbeugung eines Knickplattfußes und zur Stabilisierung bestehender Fehlstellungen empfehlen wir regelmäßige Bewegung, gezieltes Fußtraining, Gewichtskontrolle sowie abwechslungsreiches Schuhwerk. Auch bewusstes Barfußgehen auf natürlichen Untergründen kann die Fußmuskulatur stärken. Bei ersten Beschwerden ist eine frühzeitige orthopädische Kontrolle sinnvoll, um eine Verschlechterung zu vermeiden.

Fazit: Knickplattfuß früh erkennen und gezielt behandeln

Der Knickplattfuß ist eine häufige Fußfehlstellung, jedoch nicht automatisch krankhaft. Entscheidend sind immer Beschwerden, Funktion und Verlauf. In den meisten Fällen lässt sich der Knickplattfuß durch eine konsequente konservative Therapie erfolgreich behandeln und eine Operation vermeiden. Eine frühzeitige Diagnostik, individuell angepasste Einlagen und aktives Muskeltraining sind dabei die zentralen Erfolgsfaktoren.

Wenn Sie unter Fußschmerzen leiden oder den Verdacht auf einen Knickplattfuß haben, empfehlen wir eine persönliche orthopädische Abklärung.

Vereinbaren Sie hier direkt Ihren Termin in unserer orthopädischen Privatpraxis in Berlin

Gerne beraten wir Sie individuell und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen passenden Therapieplan.