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Privatleistungen in der Orthopädie – was sinnvoll ist

Als Privatpraxis bieten wir neben klassischen Kassenleistungen auch individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) an. Dazu gehören Stoßwellentherapie, ACP (Eigenbluttherapie), Hyaluronsäureinjektionen und Faszientherapie. Doch was bringt diese Zusatzmedizin? Lohnt sich die Investition? Dieser Artikel klärt, welche Privatleistungen tatsächlich einen Nutzen haben und in welchen Fällen die Evidenz fehlt.

Stoßwellentherapie (Extrakorporale Stoßwellentherapie – ESWT)

Die Stoßwellentherapie wird bei Fersensporn, Tennis- oder Golferellenbogen und Kalkschulter eingesetzt. Sie regt die Durchblutung an und soll den Heilungsprozess beschleunigen.

Evidenz und Kritik

Der IGeL‑Monitor bewertet die Stoßwellentherapie für Kalkschulter und Tennisarm als „unklar“, weil zuverlässige Studien fehlen Die Therapie wird für den Fersensporn unter bestimmten Bedingungen von der gesetzlichen Kasse bezahlt, bei anderen Indikationen müssen Patient:innen die Kosten selbst tragen. Eine Behandlung kostet zwischen 120 und 620 Euro pro Zyklus Bei Kniearthrose raten medizinische Leitlinien von Stoßwellentherapie ab. In unserer Praxis setzen wir ESWT nur ein, wenn konventionelle Maßnahmen versagt haben und klären transparent über Nutzen und Grenzen auf.

ACP/PRP – Eigenbluttherapie

Bei der Autologen Conditionierten Plasma‑ oder Platelet‑Rich‑Plasma‑Therapie wird aus Ihrem Blut ein konzentriertes Plasma gewonnen und in das betroffene Gelenk oder die Sehne gespritzt. Es soll die Heilung fördern. Studienlage und Bewertung:

  • Der IGeL‑Monitor bewertet ACP bei chronischen Sehnenentzündungen tendenziell negativ Die Evidenz reicht nicht aus, einen Vorteil gegenüber Placebo zu belegen.
  • Auch in der Orthopädie wird vor übermäßiger Anwendung gewarnt, da Risiken wie Infektionen und allergische Reaktionen bestehen
  • Einige Studien deuten positive Effekte bei Arthrose und Sehnenverletzungen an, aber sie sind meist klein und methodisch schwach.
    In unserer Praxis informieren wir Sie ehrlich über den aktuellen Stand der Forschung und führen ACP nur nach sorgfältiger Abwägung durch.

Hyaluronsäure-Injektionen

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Injektionen sollen die Schmierung verbessern und Schmerzen bei Arthrose reduzieren.

  • In der Orthopädie bestehen moderate Hinweise, dass Hyaluronsäure die Beweglichkeit verbessert und Schmerzen lindert, insbesondere in frühen Stadien der Arthrose.
  • Die Kosten werden oft nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen; private Versicherungen können sie erstatten.
  • Wir empfehlen Hyaluronsäure nur, wenn andere konservative Maßnahmen (Physiotherapie, Gewichtsreduktion, NSAR) ausgeschöpft wurden.

Faszientherapie und Stoßwellenmassage

Bei myofaszialen Schmerzen setzen manche Praxen Triggerpunktmassagen, Stoßwellenmassage und Faszienrollen ein. Diese Anwendungen lindern Muskelverspannungen, ersetzen jedoch keine ursächliche Behandlung. Wir kombinieren sie mit Physiotherapie und Übungen.

Wann sind Privatleistungen sinnvoll?

  1. Fersensporn und Plantarfasziitis: Stoßwellenbehandlung kann hier hilfreich sein, wenn NSAR, Einlagen und Dehnübungen nicht ausreichen. Bei anderen Indikationen ist der Nutzen unklar
  2. Arthrose: Hyaluronsäure‑Injektionen können in frühen Stadien eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie wirken jedoch nicht knorpelaufbauend.
  3. Sehnenreizungen: ACP kann im Einzelfall die Heilung unterstützen, ist aber kein Wundermittel und kostet mehrere Hundert Euro.
  4. Nerven- und Muskelverspannungen: Faszienbehandlungen können kurzfristig Schmerzen lindern; auf Dauer müssen aber Fehlbelastungen korrigiert werden.

Kosten und Erstattung

Als Privatpraxis beraten wir Sie individuell über die zu erwartenden Kosten und die Erstattungsmöglichkeiten durch private Versicherungen. Bei gesetzlich Versicherten müssen Privatleistungen in der Regel selbst gezahlt werden. Wir erstellen transparente Kostenvoranschläge und informieren Sie über alternative, kassenärztliche Therapien.

FAQ

Welche Privatleistungen sind in der Orthopädie sinnvoll?

Stoßwellenbehandlung bei hartnäckigem Fersensporn, moderate Anwendung von Hyaluronsäure bei Arthrose und in einigen Fällen ACP nach sorgfältiger Abwägung können sinnvoll sein. Wichtig ist eine ehrliche Nutzen-Risiko-Abwägung.

Sind IGeL‑Leistungen immer selbst zu zahlen?

Ja, die meisten dieser Leistungen werden nicht von gesetzlichen Kassen erstattet. Private Versicherungen können die Kosten ganz oder teilweise übernehmen.

Wie finde ich eine seriöse Praxis?

Achten Sie auf transparente Beratung, zertifizierte Ärzt:innen und offene Kostenaufstellung. Holen Sie gegebenenfalls eine Zweitmeinung ein.

Gibt es Risiken?

Jede Injektion birgt ein Infektionsrisiko. Stoßwellentherapie kann Schmerzen verursachen, ACP kann allergische Reaktionen auslösen. Wir klären Sie vor der Behandlung ausführlich auf.

Fazit 

Private Gesundheitsleistungen können eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Orthopädie sein, wenn sie gezielt eingesetzt werden. In der Praxis Dr. Ricarda Granes in Berlin erläutern wir Ihnen transparent die Vor- und Nachteile jeder Therapie, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können. Vereinbaren Sie jetzt einen Beratungstermin, wenn Sie mehr über IGeL‑Leistungen wissen möchten oder eine zweite Meinung zu einer angebotenen Privatleistung wünschen.